AGB für Beraterinnen und Berater

Stand: 25. August 2026

1. Betreiber und Geltungsbereich

  1. Betreiber der unter www.spiritly.at erreichbaren Online-Plattform „Spiritly" ist:

    Roland Peter Goller, Einzelunternehmen
    Dolomitenstraße 2
    A-9990 Nußdorf-Debant, Österreich

    Telefon: +43 650 2647911
    E-Mail: hallo@spiritly.at

    nachfolgend „Spiritly".

  2. Diese Allgemeinen Geschäftsbedingungen („Berater-AGB") regeln die Registrierung, Prüfung, Freischaltung und Nutzung der Plattform durch selbständig tätige spirituelle Beraterinnen und Berater („Berater").

  3. Diese Berater-AGB richten sich ausschließlich an Unternehmer im Sinn des § 1 Unternehmensgesetzbuch („UGB"). Mit der Bewerbung und vor Freischaltung bestätigt der Berater, die Plattform im Rahmen seiner selbständigen beruflichen oder gewerblichen Tätigkeit zu nutzen.

  4. Für die Nutzung der Plattform durch Ratsuchende gelten gesonderte Kunden-AGB. Abweichende Bedingungen des Beraters gelten nur, wenn Spiritly ihnen ausdrücklich in Textform zugestimmt hat.

  5. Die Vertragssprache ist Deutsch. Diese Berater-AGB können vor Vertragsschluss gespeichert und ausgedruckt werden.

2. Begriffsbestimmungen

Im Sinn dieser Berater-AGB bezeichnet:

  1. „Plattform" die Website www.spiritly.at einschließlich der von Spiritly bereitgestellten Konten, Kommunikations-, Buchungs-, Bewertungs- und Zahlungsfunktionen;
  2. „Beraterkonto" den persönlichen, nicht übertragbaren Zugang des Beraters zur Plattform;
  3. „Kunde" eine volljährige natürliche Person, die über Spiritly eine Beratung bucht oder in Anspruch nimmt;
  4. „Beratungsvertrag" den Vertrag zwischen Berater und Kunde über eine konkrete spirituelle Beratung;
  5. „Plattformvertrag" den Vertrag zwischen Spiritly und dem Berater über Vermittlung, technische Bereitstellung, Kommunikation, Zahlungsabwicklung und damit verbundene Leistungen;
  6. „Kundenentgelt" den vom Kunden für eine Beratung zu zahlenden Endpreis;
  7. „Berateranteil" den dem Berater nach Maßgabe dieser Berater-AGB zustehenden Anteil von 70 Prozent der Abrechnungsgrundlage;
  8. „Plattformanteil" die Spiritly zustehenden 30 Prozent der Abrechnungsgrundlage;
  9. „Auszahlungsguthaben" den nach Eintritt der Auszahlungsreife (§ 12) und Abzug berechtigter Korrekturen auszahlbaren Berateranteil;
  10. „Zahlungskonto" das Konto, das der Berater beim Zahlungsdienstleister von Spiritly auf eigenen Namen unterhält (§ 13 Abs. 1).

3. Rolle von Spiritly und Vertragsverhältnisse

  1. Spiritly stellt eine technische Vermittlungs- und Kommunikationsplattform bereit. Spiritly ermöglicht es Beratern, ein Profil zu veröffentlichen, Beratungen anzubieten, Termine und Verfügbarkeiten zu verwalten, Beratungen per Video, Telefon oder Chat durchzuführen, Zahlungen abzuwickeln und Bewertungen zu erhalten.
  2. Der Beratungsvertrag kommt unmittelbar zwischen dem Berater und dem Kunden zustande. Der Berater erbringt die Beratung in eigenem Namen, auf eigene Rechnung und in eigener Verantwortung. Spiritly wird nicht Partei des Beratungsvertrags.
  3. Spiritly übernimmt gegenüber dem Berater insbesondere:
    • die technische Bereitstellung der Plattform;
    • die Darstellung freigeschalteter Beraterprofile und Angebote;
    • die technische Vermittlung von Buchungen und Verbindungen;
    • die Entgegennahme und Weiterleitung von Erklärungen im Buchungsprozess;
    • die technische Abwicklung der Zahlungen über den Zahlungsdienstleister;
    • die Berechnung des Plattformanteils und die Veranlassung von Auszahlungen vom Zahlungskonto des Beraters;
    • die Bereitstellung eines Bewertungs- und Meldesystems;
    • Kundenservice zu technischen und abrechnungsbezogenen Fragen.
  4. Zahlungsweg und Vollmacht. Kundenentgelte werden über den Zahlungsdienstleister abgewickelt und dem Zahlungskonto des Beraters unmittelbar gutgeschrieben; Spiritly erhält daraus seinen Anteil nach § 11 in Verbindung mit § 11a als Plattformgebühr. Spiritly erlangt an den Kundenentgelten weder Besitz noch Verfügungsmacht; die Mittel befinden sich zu keinem Zeitpunkt auf einem Konto von Spiritly. Spiritly ist Empfangsbevollmächtigter des Beraters für Rücktritts- und Widerrufserklärungen, Stornierungen und Beschwerden, die einen über die Plattform geschlossenen Beratungsvertrag betreffen. Der Berater bevollmächtigt Spiritly, dem Zahlungsdienstleister nach Maßgabe dieser Berater-AGB Weisungen zu erteilen, insbesondere berechtigte Rückzahlungen an Kunden aus dem Zahlungskonto zu veranlassen, Auszahlungen auszulösen und einen Sicherheitseinbehalt nach § 13 Abs. 4 einzurichten; die Mittel verbleiben dabei auf dem Zahlungskonto des Beraters.
  5. Spiritly schuldet weder eine bestimmte Anzahl von Anfragen oder Buchungen noch einen bestimmten Umsatz, eine bestimmte Platzierung oder eine ununterbrochene Verfügbarkeit der Plattform.

4. Selbständigkeit des Beraters

  1. Der Berater ist rechtlich und wirtschaftlich selbständig. Durch den Plattformvertrag wird weder ein Arbeitsverhältnis noch ein freier Dienstvertrag, Gesellschafts-, Handelsvertreter- oder Franchiseverhältnis begründet; der Berater wird nicht Vertreter von Spiritly. Die in diesen Berater-AGB und in gesonderten Vollmachten ausdrücklich eingeräumten Befugnisse von Spiritly, im Namen und für Rechnung des Beraters zu handeln — insbesondere nach § 3 Abs. 4, § 7 Abs. 1 und § 15 Abs. 3 —, bleiben davon unberührt.

  2. Der Berater entscheidet selbst, ob, wann und in welchem zeitlichen Umfang er Beratungen anbietet. Es bestehen keine Mindeststunden, Schichtpflichten oder Mindestumsätze.

  3. Der Berater bestimmt Inhalt, Methode und Durchführung seiner Beratungen eigenverantwortlich innerhalb der gesetzlichen Bestimmungen, dieser Berater-AGB sowie der verbindlichen Qualitäts-, Sicherheits- und Ethikregeln von Spiritly.

  4. Der Berater setzt seine Preise innerhalb der auf der Plattform vorgesehenen Grenzen selbst. Derzeit gelten folgende Grenzen:

    • Festpreisberatungen: 1,50 bis 200 Euro je 15 Minuten;
    • minutengenaue Telefonberatung: 0,50 bis 10 Euro je Minute.

    Spiritly kann diese technischen Preisgrenzen aus sachlichen Gründen mit angemessener Vorankündigung für zukünftige Angebote ändern. Bereits bestätigte Buchungen bleiben unberührt.

  5. Der Berater trägt seine betrieblichen Aufwendungen selbst und stellt die erforderlichen Endgeräte, Internet- und Telefonverbindungen sowie eine geeignete, vertrauliche Beratungsumgebung bereit.

  6. Der Berater ist selbst für sämtliche mit seiner Tätigkeit verbundenen gewerbe-, berufs-, sozialversicherungs-, steuer- und sonstigen öffentlich-rechtlichen Pflichten verantwortlich. Er klärt eigenverantwortlich, welche Berechtigungen, Meldungen oder Registrierungen in seinem Sitz- und Tätigkeitsstaat erforderlich sind.

  7. Der Berater ist berechtigt, auch außerhalb von Spiritly tätig zu sein. Die gezielte Umgehung der Plattform bei Kunden, zu denen der Kontakt über Spiritly zustande kam, bleibt nach § 14 untersagt.

5. Bewerbung, Identitätsprüfung und Freischaltung

  1. Die Registrierung und Bewerbung sind kostenlos. Ein Anspruch auf Aufnahme oder Freischaltung besteht nicht.
  2. Der Berater macht bei der Bewerbung vollständige und wahrheitsgemäße Angaben, insbesondere zu Identität, Anschrift, Kontakt- und Auszahlungsdaten, unternehmerischer und steuerlicher Stellung, angebotenen Methoden, Erfahrung und Qualifikationen.
  3. Voraussetzung für die Freischaltung ist ein persönliches Kennenlerngespräch per Video. Dabei kann Spiritly verlangen, dass der Berater ein gültiges amtliches Ausweisdokument kurz vorzeigt. Spiritly erfasst dabei keine Ausweisnummer und keine Kopie, sondern dokumentiert nur Zeitpunkt des Gesprächs und Art des vorgezeigten Dokuments. Geburtsdatum und Steuernummer erhebt Spiritly getrennt davon in den Vertragsdaten, weil sie für die gesetzliche Meldung nach § 15 Abs. 8 erforderlich sind; ohne sie ist eine Freischaltung nicht möglich.
  4. Das Abzeichen „Persönlich geprüft" bestätigt ausschließlich, dass Spiritly ein persönliches Gespräch geführt und die Identität nach dem vorgesehenen Verfahren plausibilisiert hat. Es ist keine staatliche Anerkennung, fachliche Zertifizierung oder Garantie bestimmter Beratungsergebnisse.
  5. Spiritly darf geeignete Nachweise über Unternehmereigenschaft, Bankverbindung, steuerliche Registrierung, berufliche Berechtigung, Ausbildung oder beworbene Qualifikationen verlangen, soweit dies für einen rechtmäßigen und vertrauenswürdigen Plattformbetrieb erforderlich ist.
  6. Änderungen wesentlicher Angaben sind unverzüglich im Beraterkonto zu aktualisieren oder Spiritly mitzuteilen. Spiritly kann eine erneute Prüfung durchführen, wenn berechtigte Zweifel an Identität, Unternehmereigenschaft, Angaben oder regelkonformer Tätigkeit bestehen.

6. Beraterprofil und Angebote

  1. Der Berater erstellt sein Profil sorgfältig, verständlich und wahrheitsgemäß. Angaben zu Fähigkeiten, Erfahrung, Methoden, Ausbildung, Erreichbarkeit, Sprachen und Preisen müssen aktuell und nachprüfbar sein.
  2. Der Berater darf nur Leistungen anbieten, die er rechtmäßig, persönlich und verantwortungsvoll erbringen kann. Eine Übertragung bestätigter Beratungen an Dritte ist ohne ausdrückliche Zustimmung von Spiritly und Kunde unzulässig.
  3. Unzulässig sind insbesondere:
    • falsche oder irreführende Angaben über Identität, Ausbildung, Erfahrung, Titel oder Qualifikationen;
    • erfundene oder nicht belegbare Gütesiegel, Mitgliedschaften oder Erfolgsquoten;
    • Garantien über zukünftige Ereignisse, Partnerschaften, Schwangerschaft, Gewinn, Heilung oder sonstige Ergebnisse;
    • Angst erzeugende Aussagen, Drohungen oder Behauptungen über Flüche, Besetzungen oder Gefahren, um weitere Zahlungen auszulösen;
    • aggressive, manipulative oder die Abhängigkeit eines Kunden fördernde Werbung;
    • Angebote, die gegen gesetzliche Verbote, Rechte Dritter oder diese Berater-AGB verstoßen.
  4. Preise müssen vollständig angegeben werden. Der Berater darf vom Kunden keine zusätzlichen, nicht vor der Buchung über Spiritly ausgewiesenen Entgelte, Trinkgelder, Spenden oder Zahlungen verlangen.
  5. Verfügbarkeiten und Termine sind aktuell zu halten. Ist der Berater vorübergehend nicht verfügbar, muss er sein Angebot entsprechend kennzeichnen oder deaktivieren.
  6. Spiritly darf Profile vor Veröffentlichung und während der Vertragslaufzeit auf Vollständigkeit, Plausibilität und Einhaltung dieser Berater-AGB prüfen. Spiritly kann sachlich erforderliche Änderungen oder Nachweise verlangen und rechtswidrige oder irreführende Inhalte vorübergehend ausblenden.

6a. Rabattaktionen (Promotions)

  1. Spiritly kann zeitlich befristete Rabattaktionen mit Gutscheincodes anbieten (z. B. saisonal oder für Erstkunden), die den von Kunden zu zahlenden Preis einer Beratung mindern.
  2. Ein Berater nimmt an Rabattaktionen nur teil, wenn er dies im Beraterkonto ausdrücklich aktiviert hat. Die Zustimmung wird protokolliert und kann jederzeit mit Wirkung für die Zukunft widerrufen werden; bereits eingelöste Gutscheine bleiben davon unberührt.
  3. Mit der Teilnahme gilt ein während einer laufenden Aktion eingelöster Rabatt automatisch für Buchungen des Beraters, ohne dass es einer gesonderten Zustimmung je Aktion bedarf.
  4. Zur Kostentragung eines gewährten Rabatts siehe § 11 Abs. 3.

6b. Berater-eigene Rabattaktionen

  1. Ein Berater kann im Beraterkonto eigene, zeitlich befristete Rabattcodes anlegen, die ausschließlich bei ihm selbst einlösbar sind.
  2. Der Code trägt zwingend das dem Berater zugewiesene Rechnungskürzel als Präfix und ist dadurch eindeutig diesem Berater zuordenbar.
  3. Vor der Erstellung bestätigt der Berater ausdrücklich, dass er die Aktion aus eigenem Interesse anlegt und den gewährten Nachlass gemäß § 11 Abs. 3 trägt. Diese Zustimmung wird protokolliert.
  4. Die Teilnahme an von Spiritly gestarteten Aktionen (§ 6a) ist keine Voraussetzung für eigene Codes nach diesem Paragraphen und umgekehrt.

7. Vertragsschluss mit Kunden

  1. Mit der Veröffentlichung eines buchbaren Angebots bevollmächtigt der Berater Spiritly, Buchungsangebote von Kunden technisch entgegenzunehmen und nach den vom Berater eingestellten Konditionen im Namen des Beraters anzunehmen oder an ihn zur Bestätigung weiterzuleiten.
  2. Bei sofort verfügbaren Beratungen kommt der Beratungsvertrag mit elektronischer Buchungsbestätigung oder Herstellung der kostenpflichtigen Verbindung zustande. Bei Terminangeboten kommt er mit Bestätigung des Termins zustande.
  3. Maßgeblich sind die dem Kunden unmittelbar vor der zahlungspflichtigen Buchung angezeigten Angaben zu Berater, Format, Dauer, Preis, Berechnung und Termin.
  4. Der Berater akzeptiert die jeweils wirksam einbezogenen Kunden-AGB als Rahmen für die Abwicklung der Beratungsverträge. Spiritly informiert den Berater über wesentliche Änderungen, die seine Rechte oder Pflichten betreffen.
  5. Der Berater darf Buchungen nicht aufgrund geschützter persönlicher Merkmale diskriminierend ablehnen. Eine Ablehnung oder Beendigung aus sachlichen Gründen, insbesondere fehlender fachlicher Eignung, unangemessenem Verhalten, Interessenkonflikten oder einer akuten Krisensituation, bleibt zulässig und kann geboten sein.

8. Durchführung der Beratung

  1. Der Berater erbringt bestätigte Beratungen persönlich, pünktlich, respektvoll, diskret und mit der im Verkehr erforderlichen Sorgfalt. Er wahrt die Selbstbestimmung und Entscheidungsfreiheit des Kunden.
  2. Festpreisberatungen werden für die gebuchte Dauer erbracht. Eine kostenpflichtige Verlängerung setzt eine neue, vom Kunden vorab bestätigte Buchung voraus.
  3. Minutengenaue Telefonberatungen werden anhand der technisch erfassten Verbindungsdauer zum vorher angezeigten Minutenpreis abgerechnet. Der Berater darf eine technisch oder vom Kunden gesetzte Kostenbegrenzung nicht umgehen und nach Beendigung keine Fortsetzung gegen Direktzahlung anbieten.
  4. Der Berater darf Gespräche, Videos, Chats, Bildschirmansichten oder sonstige Kundenkommunikation ohne vorherige ausdrückliche Zustimmung aller Beteiligten nicht aufzeichnen, kopieren, veröffentlichen oder zu eigenen Zwecken verwenden.
  5. Während einer Beratung muss der Berater nüchtern, ansprechbar und in einer vertraulichen Umgebung sein. Dritte dürfen weder zuhören noch Zugang zu Nachrichten oder Sitzungsinhalten erhalten.
  6. Bei einer technischen Störung informiert der Berater den Kunden und Spiritly unverzüglich. Nur tatsächlich erbrachte Beratungszeit darf abgerechnet werden. Ist eine sinnvolle Durchführung nicht möglich, unterstützt der Berater eine angemessene Teil- oder Vollerstattung oder einen Ersatztermin.
  7. Erkennt der Berater, dass sein Angebot nicht geeignet ist oder der Kunde professionelle medizinische, psychotherapeutische, rechtliche, finanzielle oder sonstige Fachhilfe benötigt, weist er klar auf die Grenzen seiner Beratung hin und beendet die Beratung erforderlichenfalls verantwortungsvoll.

9. Verbindliche Qualitäts-, Sicherheits- und Ethikregeln

  1. Spiritly steht für persönliche Prüfung, respektvolle Beratung auf Augenhöhe, Transparenz, Eigenverantwortung, Budgetschutz, Datenschutz und den Verzicht auf Angst, Druck und falsche Gewissheiten. Der Berater verpflichtet sich, diese Grundsätze einzuhalten.
  2. Spirituelle Beratung dient der Unterhaltung, Reflexion und Eröffnung persönlicher Perspektiven. Sie ist keine Heilbehandlung, Diagnose, Psychotherapie, Rechts-, Steuer-, Anlage- oder Schuldnerberatung.
  3. Dem Berater ist insbesondere untersagt:
    • Krankheiten oder psychische Störungen zu diagnostizieren oder zu behandeln, sofern er dazu nicht unabhängig von Spiritly gesetzlich berechtigt ist; auch bei bestehender Berechtigung dürfen derartige regulierte Leistungen nicht ohne vorherige ausdrückliche Freigabe durch Spiritly über das spirituelle Beratungsangebot erbracht werden;
    • Kunden zum Abbruch oder zur Änderung einer ärztlichen, psychotherapeutischen oder medikamentösen Behandlung zu bewegen;
    • Heilungs-, Erfolgs-, Treffer- oder Zukunftsgarantien abzugeben;
    • Tod, schwere Krankheit, Straftaten, Schwangerschaft oder andere sensible Ereignisse als sichere Tatsache vorherzusagen;
    • Angst, Schuld, Scham, Abhängigkeit oder sozialen Druck zur Verlängerung oder Wiederholung einer Beratung einzusetzen;
    • kostenpflichtige Rituale, Reinigungen, Gegenstände oder Folgeleistungen außerhalb der Plattform als angeblich notwendige Gefahrenabwehr anzubieten;
    • Flüche, Besessenheit, negative Bindungen oder „schwarze Energien" als angebliche Ursache eines Problems zu diagnostizieren oder zu behandeln;
    • Leistungen anzubieten oder zu bewerben, die auf die Beeinflussung des Willens oder der Gefühle Dritter abzielen, etwa sogenannte Partnerrückführungen, Trennungs- oder Liebeszauber — unabhängig davon, ob sie auf oder außerhalb der Plattform erbracht werden;
    • Kunden zu finanziellen, medizinischen oder rechtlichen Entscheidungen zu drängen;
    • Kontakte zu Minderjährigen als Kunden aufzunehmen oder wissentlich Minderjährige zu beraten;
    • diskriminierende, sexualisierte, beleidigende, bedrohende oder sonst rechtswidrige Inhalte zu äußern;
    • eine persönliche, intime, romantische oder wirtschaftliche Abhängigkeit zum Kunden aufzubauen oder auszunutzen.
  4. Bei Anzeichen akuter Selbst- oder Fremdgefährdung, Gewalt, Suizidalität oder eines medizinischen Notfalls weist der Berater den Kunden unverzüglich darauf hin, eine geeignete Notruf-, Krisen- oder Fachstelle zu kontaktieren. Der Berater stellt klar, dass Spiritly kein Krisen- oder Notfalldienst ist. Soweit eine Meldung zum Schutz lebenswichtiger Interessen rechtlich zulässig oder geboten ist, informiert der Berater Spiritly unverzüglich.
  5. Der Berater berät nicht über seine Kompetenzen hinaus. Unsicherheiten und der subjektive Charakter spiritueller Aussagen sind offen zu kommunizieren.
  6. Wiederholte oder schwerwiegende Verstöße gegen diese Regeln berechtigen Spiritly zur sofortigen Einschränkung oder Sperre des Profils und gegebenenfalls zur außerordentlichen Kündigung.

10. Termine, Absagen und Nichterscheinen

  1. Der Berater hält bestätigte Termine ein. Er kann Termine nur aus wichtigem oder nachvollziehbarem Grund und so früh wie möglich über die Plattform absagen.
  2. Sagt der Berater ab oder erscheint er nicht, erhält der Kunde nach seiner Wahl einen Ersatztermin oder eine vollständige Rückzahlung. Für eine nicht erbrachte Beratung entsteht kein Berateranteil.
  3. Sagt der Kunde rechtzeitig nach der bei Buchung klar angezeigten Stornoregel ab, wird das Kundenentgelt nach dieser Regel zurückgezahlt und es entsteht kein oder nur der dort ausdrücklich ausgewiesene Berateranteil.
  4. Bis Spiritly eine konkrete, mit den Kunden-AGB und dem Buchungsprozess abgestimmte Storno- und Nichterscheinensregel veröffentlicht, entsteht bei einer vom Kunden nicht wahrgenommenen Terminberatung kein pauschaler Vergütungsanspruch des Beraters. Spiritly kann freiwillige Kulanzregelungen anwenden, ohne dadurch einen Anspruch für die Zukunft zu begründen.
  5. Gesetzliche Rücktrittsrechte der Kunden bleiben unberührt.
  6. Feststellung der Durchführung. Bei Video- und Audioberatungen stellt Spiritly anhand der technischen Anwesenheitsdaten des Kommunikationsdienstes fest, ob und wie lange Berater und Kunde gemeinsam verbunden waren. Die Beratung gilt als erbracht, wenn beide mindestens den im Beraterkonto ausgewiesenen Anteil der gebuchten Dauer (derzeit 80 Prozent) gemeinsam verbunden waren oder wenn der Kunde die Beratung vorzeitig verlassen hat, während der Berater bis zu diesem Anteil bereitstand. War nur der Kunde anwesend, gilt Absatz 2; war nur der Berater anwesend, gilt Absatz 4. Lässt sich der Ablauf nicht eindeutig feststellen, prüft Spiritly den Fall einzeln. Der Berater kann jede Feststellung nach § 11 Abs. 5 beanstanden; Spiritly entscheidet dann persönlich.

11. Kundenentgelt, Aufteilung und Plattformvergütung

  1. Für vollständig und ordnungsgemäß erbrachte Beratungen erhält der Berater mindestens 70 Prozent der Abrechnungsgrundlage. Spiritly erhält für Vermittlung, Plattformbetrieb und Zahlungsabwicklung höchstens 30 Prozent der Abrechnungsgrundlage (Grundsatz). Der Grundsatz vermindert sich um einen stufenabhängigen Nachlass nach § 11a.
  2. Abrechnungsgrundlage ist das vom Kunden für die konkrete Beratung tatsächlich geschuldete und dem Zahlungskonto des Beraters gutgeschriebene Nettoentgelt nach Abzug enthaltenen Umsatzsteuerbetrags, Rückerstattungen, Rückbelastungen, gesetzlich geschuldeter Abgaben und gegebenenfalls ausdrücklich vorab vereinbarter, transaktionsbezogener Fremdkosten. Die Entgelte des Zahlungsdienstleisters trägt Spiritly; sie sind im Plattformanteil nach Absatz 1 enthalten und werden dem Berater nicht gesondert angelastet.
  3. Vom Berater selbst gewährte Rabatte vermindern die Abrechnungsgrundlage im Verhältnis der jeweils geltenden Aufteilung nach Abs. 1 in Verbindung mit § 11a — bei einer Aufteilung von 70/30 trägt der Berater 70 Prozent, Spiritly 30 Prozent des Nachlasses. Das gilt sowohl für die Teilnahme an von Spiritly gestarteten Rabattaktionen (§ 6a) als auch für eigene, nur bei diesem Berater einlösbare Rabattcodes (§ 6b). Ohne § 6a-Teilnahme und ohne einen eigenen Code nach § 6b wird kein Rabattcode auf Beratungen des Beraters angewendet.
  4. Spiritly zeigt dem Berater Buchungen, Preise, technisch erfasste Dauer, Korrekturen, Plattformanteil, Berateranteil und Auszahlungsstatus im Beraterkonto nachvollziehbar an.
  5. Der Berater kann Abrechnungen innerhalb von 30 Tagen nach ihrer Bereitstellung in Textform beanstanden. Gesetzliche Ansprüche bleiben unberührt. Spiritly prüft die Beanstandung und stellt die maßgeblichen technischen Abrechnungsdaten bereit, soweit Rechte Dritter und Sicherheitsinteressen dem nicht entgegenstehen.
  6. Spiritly darf das Aufteilungsverhältnis nach Abs. 1 für zukünftige Beratungen nur aus sachlichem Grund und mit einer Vorankündigungsfrist von mindestens acht Wochen ändern. Widerspricht der Berater, kann er den Plattformvertrag bis zum Inkrafttreten der Änderung kündigen. Bereits bestätigte Buchungen bleiben unberührt.

11a. Beraterstufen und stufenabhängiger Nachlass

  1. Spiritly führt Beraterstufen (Bronze, Silber, Gold, Platin). Die Stufe knüpft an die Durchschnittsbewertung des Beraters und an eine Mindestzahl abgegebener Bewertungen an. Bronze ist die Ausgangsstufe.
  2. Ab Silber verzichtet Spiritly auf einen Teil des Anteils nach § 11 Abs. 1. Es gelten folgende Sätze der Abrechnungsgrundlage:
    • Bronze: 30 Prozent für Spiritly, 70 Prozent für den Berater;
    • Silber: 27 Prozent für Spiritly, 73 Prozent für den Berater;
    • Gold: 25 Prozent für Spiritly, 75 Prozent für den Berater;
    • Platin: 24 Prozent für Spiritly, 76 Prozent für den Berater.
  3. Maßgeblich ist der Satz im Zeitpunkt der Buchung. Der für eine Beratung geltende Satz wird bei der Buchung festgehalten und ändert sich danach nicht mehr. Eine spätere Änderung der Stufe wirkt ausschließlich auf Beratungen, die nach der Änderung gebucht werden; bereits gebuchte Beratungen bleiben beim festgehaltenen Satz.
  4. Die jeweils geltenden Stufenkriterien werden im Beraterkonto veröffentlicht. Eine Stufe wird weder automatisch vergeben noch automatisch entzogen; jede Änderung wird von Spiritly geprüft, ausgelöst und dem Berater in Textform mitgeteilt.
  5. Ein Entzug oder eine Herabsetzung der Stufe kommt nur in Betracht, wenn die Durchschnittsbewertung des Beraters eine im Beraterkonto veröffentlichte Untergrenze unterschreitet und dabei eine Mindestzahl an Bewertungen vorliegt, oder wenn der Berater über einen im Beraterkonto veröffentlichten Zeitraum keine Beratung abgeschlossen hat. Vor der Maßnahme gilt § 19 Abs. 2.
  6. Der Nachlass nach Abs. 2 ist eine an die Stufe geknüpfte Vergünstigung und kein eigenständiges Aufteilungsverhältnis im Sinn des § 11 Abs. 6. Sein Wegfall infolge einer Stufenänderung nach Abs. 5 ist keine Änderung des Aufteilungsverhältnisses; der Grundsatz nach § 11 Abs. 1 bleibt dabei unverändert.
  7. Eine Änderung der Sätze nach Abs. 2 oder der Stufenkriterien zum Nachteil des Beraters ist nur aus sachlichem Grund und mit der Vorankündigungsfrist des § 11 Abs. 6 zulässig. Spiritly kann die Beraterstufen insgesamt einstellen; in diesem Fall gilt der Grundsatz nach § 11 Abs. 1, ebenfalls mit dieser Frist.
  8. Der Berater hat keinen Anspruch auf das Erreichen oder Beibehalten einer Stufe. Die Stufe begründet keine Bevorzugung bei der Darstellung von Beratern und keine Zusage eines Buchungsaufkommens.

11b. Rückbelastungen

  1. Eine Rückbelastung liegt vor, wenn ein bereits eingegangenes Kundenentgelt vom Zahlungsdienstleister ganz oder teilweise wieder eingezogen wird, insbesondere weil der Kunde die Zahlung bei seinem Zahlungsdienstleister beanstandet hat.
  2. Das Kundenentgelt wird dem Zahlungskonto des Beraters unmittelbar gutgeschrieben (§ 3 Abs. 4). Eine Rückbelastung wird vom Zahlungsdienstleister unmittelbar diesem Konto belastet; der Ausfall des Kundenentgelts trifft daher den Berater. Ob und in welchem Umfang ein Vergütungsanspruch gegen den Kunden fortbesteht, richtet sich nach dem Beratungsvertrag und den gesetzlichen Bestimmungen; ein solcher Anspruch steht dem Berater zu.
  3. Bleibt eine Rückbelastung endgültig bestehen, erstattet Spiritly den auf die betroffene Beratung entfallenden Plattformanteil an das Zahlungskonto des Beraters zurück. Berater und Spiritly tragen die Rückbelastung damit im Verhältnis ihrer Anteile. Reicht das Guthaben auf dem Zahlungskonto nicht aus, gilt § 13 Abs. 5. § 12 Abs. 5 bleibt unberührt.
  4. Die vom Zahlungsdienstleister für die Bearbeitung einer Rückbelastung erhobenen Entgelte trägt Spiritly. Sie entstehen aus der von Spiritly geschuldeten Zahlungsabwicklung und sind mit dem Anteil von Spiritly nach § 11 Abs. 1 in Verbindung mit § 11a abgegolten. Kosten, die auf einer vom Berater zu vertretenden Ursache beruhen, bleiben davon unberührt (§ 12 Abs. 6).

12. Einspruchsfrist, Rücktritt und Auszahlungsreife

  1. Kundenentgelte werden zunächst als noch nicht auszahlbar angezeigt. Der Berateranteil wird zum Auszahlungsguthaben, sobald
    • die Beratung als erbracht erfasst ist,
    • die gesetzliche Rücktrittsfrist abgelaufen oder das Rücktrittsrecht nach ordnungsgemäßer Zustimmung und vollständiger Vertragserfüllung erloschen ist,
    • die Beschwerdefrist nach den Kunden-AGB (derzeit 7 Tage nach Abschluss der Beratung) abgelaufen ist,
    • keine offene Kundenbeschwerde, Rückbelastung oder begründete Missbrauchsprüfung besteht und
    • die Zahlung endgültig bestätigt ist.
  2. Der Kunde kann eine durchgeführte Beratung innerhalb der in den Kunden-AGB und im Beraterkonto ausgewiesenen Beschwerdefrist über die Beschwerdefunktion der Plattform beanstanden. Diese Frist ist keine Ausschlussfrist; gesetzliche Rechte des Kunden, insbesondere das Rücktrittsrecht und Ansprüche wegen nicht erbrachter Leistung, bleiben unberührt. Eine fristgerecht erhobene Beschwerde hemmt die Auszahlungsreife nach Absatz 1. Bereits ausgezahlte Beträge bleiben davon unberührt; insoweit gelten § 12 Abs. 6 und § 13 Abs. 5 und 6.
  3. Verlangt ein Kunde den Beginn innerhalb der gesetzlichen Rücktrittsfrist und tritt er nach Beginn zurück, erhält der Berater seinen Anteil nach § 11 Abs. 1 in Verbindung mit § 11a an jenem anteiligen Entgelt, das der Kunde nach den gesetzlichen Bestimmungen für die bereits erbrachte Leistung schuldet und das tatsächlich gezahlt wird.
  4. Erlischt das Rücktrittsrecht nach vollständiger Erbringung wirksam, wird der volle Berateranteil nach Absatz 1 auszahlbar.
  5. Muss Spiritly wegen fehlender oder fehlerhafter Rücktrittsinformationen, eines nicht ordnungsgemäß eingeholten ausdrücklichen Leistungsverlangens oder eines technischen Fehlers von Spiritly zurückzahlen, trägt Spiritly den daraus entstehenden Ausfall, soweit der Berater die Beratung ordnungsgemäß erbracht hat.
  6. Beruht eine Rückzahlung dagegen auf einer Pflichtverletzung, Nichtleistung, Falschangabe oder sonstigen vom Berater zu vertretenden Ursache, entfällt der entsprechende Berateranteil. Bereits ausgezahlte Beträge können mit künftigem Auszahlungsguthaben verrechnet oder zurückgefordert werden. Für Rückbelastungen gilt vorrangig § 11b; auf ein Vertretenmüssen des Beraters kommt es dort nicht an, weil die Rückbelastung unmittelbar das Zahlungskonto des Beraters trifft.

12a. Verfahren bei Rückbelastung

  1. Spiritly unterrichtet den Berater unverzüglich über eine Rückbelastung, die eine seiner Beratungen betrifft, und teilt Betrag, mitgeteilten Grund und die vom Zahlungsdienstleister gesetzte Frist mit, soweit dies rechtlich zulässig ist.
  2. Der Berater kann innerhalb der mitgeteilten Frist, die mindestens die Hälfte der vom Zahlungsdienstleister gesetzten Frist, mindestens jedoch drei Werktage beträgt, eine Stellungnahme und Nachweise zur erbrachten Leistung beibringen. Spiritly nimmt sie in den Widerspruch gegenüber dem Zahlungsdienstleister auf, soweit sie geeignet und rechtlich zulässig sind. Verlangt der Berater ausdrücklich, eine von ihm formulierte Stellungnahme unverändert einzureichen, kommt Spiritly dem nach, soweit sie fristgerecht vorliegt und keine unwahren Angaben, Rechtsverletzungen oder unzulässig übermittelbaren Daten Dritter enthält. Äußert sich der Berater nicht fristgerecht, führt Spiritly den Widerspruch ohne seine Angaben.
  3. Den Widerspruch führt Spiritly; nur Spiritly ist gegenüber dem Zahlungsdienstleister dazu berechtigt. Spiritly führt ihn mit der Sorgfalt eines ordentlichen Unternehmers und reicht die im Einzelfall vorliegenden, rechtlich übermittelbaren Nachweise ein, insbesondere Buchungs- und Zahlungsdaten, Terminbestätigung, technische Anwesenheits- und Verbindungsdaten und einen Chatverlauf. Eine Erfolgspflicht besteht nicht. Spiritly entscheidet nach billigem Ermessen, ob Widerspruch erhoben wird, und teilt dem Berater die Entscheidung samt Begründung mit.
  4. Den Ausgang teilt Spiritly dem Berater mit. Wird die Rückbelastung zurückgenommen, wird der Betrag dem Zahlungskonto des Beraters wieder gutgeschrieben; der Berateranteil wird nach § 12 auszahlungsreif.
  5. Bleibt die Rückbelastung bestehen, entscheidet der Berater, ob er seinen Anspruch gegen den Kunden weiterverfolgt. Spiritly stellt ihm auf Verlangen die dafür erforderlichen Angaben zum Vorgang bereit, soweit das Datenschutzrecht dies zulässt, und ist nicht verpflichtet, den Anspruch für ihn einzutreiben.

13. Zahlungskonto und Auszahlung

  1. Zahlungskonto. Der Berater unterhält beim Zahlungsdienstleister von Spiritly (derzeit Stripe) ein eigenes Zahlungskonto und durchläuft die dort vorgesehene Identitätsprüfung. Die Vertragsbedingungen des Zahlungsdienstleisters akzeptiert der Berater unmittelbar gegenüber diesem; insoweit besteht ein eigenes Vertragsverhältnis, an dem Spiritly nicht beteiligt ist. Spiritly stellt den Zugang zu diesem Vorgang im Beraterkonto bereit und zeigt den Stand der Prüfung dort an. Ein freigeschaltetes Zahlungskonto ist Voraussetzung dafür, dass der Berater buchbar ist.
  2. Auszahlung. Spiritly veranlasst die Auszahlung des Auszahlungsguthabens vom Zahlungskonto auf die dort hinterlegte Bankverbindung des Beraters automatisch, in der Regel einmal täglich, sobald Vorgänge nach § 12 auszahlungsreif sind; einer Anforderung bedarf es nicht. Banklaufzeiten und Prüfungen des Zahlungsdienstleisters können hinzukommen. Scheitert eine Auszahlung, etwa wegen unrichtiger Bankdaten, verbleibt der Betrag auf dem Zahlungskonto; Spiritly informiert den Berater, und die Auszahlung wird nach Berichtigung wiederholt. Der Berater hält seine Bankverbindung beim Zahlungsdienstleister aktuell.
  3. Zurückhaltung. Spiritly darf Auszahlungen vorübergehend zurückhalten, soweit konkrete Anhaltspunkte für Betrug, unbefugte Kontonutzung, Geldwäsche, eine erhebliche Vertragsverletzung, offene Rückbelastungen oder gesetzliche Auszahlungshindernisse bestehen. Spiritly informiert den Berater über Grund und voraussichtliche Dauer, soweit dies rechtlich zulässig ist, und gibt unstreitige Beträge frei.
  4. Sicherheitseinbehalt. Spiritly darf einen Teil des auszahlungsreifen Berateranteils befristet auf dem Zahlungskonto zurückhalten, um konkret zu erwartende Rückbelastungen zu sichern. Höhe und Dauer richten sich nach dem tatsächlichen Risiko und dürfen 15 Prozent des jeweiligen Auszahlungsbetrags und 90 Tage ab Auszahlungsreife nicht überschreiten. Ein Einbehalt kommt insbesondere bei einer auffällig erhöhten Rückbelastungsquote in Betracht; bei neu freigeschalteten Beratern kann er bis zum Vorliegen einer aussagekräftigen Zahlungshistorie erfolgen und ist an deren Entwicklung anzupassen. Spiritly überprüft Anlass und Höhe mindestens monatlich, weist Höhe, Grund und Enddatum im Beraterkonto aus und gibt den Betrag unverzüglich frei, sobald der Grund entfällt, spätestens mit Ablauf der Höchstdauer, soweit keine Rückbelastung eingetreten ist.
  5. Abbuchung vom Zahlungskonto. Hat Spiritly eine berechtigte Rückzahlung an einen Kunden oder eine Rückbelastung getragen, weil das Guthaben auf dem Zahlungskonto des Beraters dafür nicht ausreichte, darf Spiritly den getragenen Betrag vom Zahlungskonto abbuchen, sobald dort wieder Guthaben verfügbar ist. Dasselbe gilt für fällige, unbestrittene oder rechtskräftig festgestellte Forderungen von Spiritly aus diesem Vertrag. Der Berater erteilt Spiritly hierzu mit Annahme dieser Berater-AGB seine ausdrückliche Zustimmung. Eine Abbuchung darf das Zahlungskonto nicht ins Minus führen. Spiritly teilt Betrag und Grund jeder Abbuchung spätestens mit ihrer Ausführung im Beraterkonto oder per E-Mail mit.
  6. Verrechnung. Spiritly darf fällige, unbestrittene oder rechtskräftig festgestellte Gegenforderungen mit Auszahlungsguthaben verrechnen. Bei bestrittenen Forderungen ist eine Verrechnung nur zulässig, soweit ein enger rechtlicher Zusammenhang besteht oder die Zurückbehaltung zur Sicherung konkret zu erwartender Rückbelastungen angemessen ist.
  7. Keine Beratergelder bei Spiritly. Spiritly nimmt Kundenentgelte und Auszahlungsguthaben nicht auf eigene Konten entgegen und leitet keine Gelder des Beraters weiter. Auszahlungen an den Berater erfolgen ausschließlich vom Zahlungskonto.

14. Plattformtreue und Schutz der Kundenbeziehung

  1. Der Berater darf Kontaktdaten eines über Spiritly gewonnenen Kunden weder anfordern noch übermitteln, um Beratungen außerhalb der Plattform anzubahnen oder abzurechnen. Ein technischer Filter darf den Austausch solcher Daten verhindern.
  2. Der Berater darf Kunden nicht zu Direktzahlungen, externen Buchungen, privaten Kommunikationskanälen oder dem Erwerb externer Leistungen bewegen. Dies gilt insbesondere für kostenpflichtige Rituale, Gegenstände, Kurse oder Folgeberatungen.
  3. Das Verbot gilt während des Plattformvertrags und für zwölf Monate nach dem letzten über Spiritly zustande gekommenen Kontakt mit dem betreffenden Kunden, soweit und solange dies nach dem anwendbaren Recht angemessen und zulässig ist. Es hindert den Berater nicht daran, unabhängig gewonnene Kunden außerhalb von Spiritly zu betreuen.
  4. Eine automatische Vertragsstrafe wird nicht vereinbart. Spiritly kann bei schuldhaftem Verstoß den tatsächlich entstandenen Schaden und entgangenen Plattformanteil nach den gesetzlichen Vorschriften geltend machen. Dem Berater bleibt der Nachweis offen, dass kein oder ein geringerer Schaden entstanden ist.

15. Steuern, Rechnungen und Abrechnungsdokumente

  1. Da der Berater die Beratungsleistung im eigenen Namen und auf eigene Rechnung erbringt, ist er grundsätzlich für die steuerliche Beurteilung seiner Umsätze, die Erfüllung von Aufzeichnungs-, Erklärungs- und Rechnungspflichten sowie die Abführung von Steuern und Abgaben verantwortlich.
  2. Der Berater teilt Spiritly vor Freischaltung und bei jeder Änderung alle für die Abrechnung erforderlichen Angaben mit, insbesondere vollständigen Unternehmensnamen, Geschäftsanschrift, Ansässigkeitsstaat, Rechtsform, Steuernummer bzw. UID-Nummer und eine etwaige Kleinunternehmerstellung.
  3. Rechnungsstellung an den Kunden. Die Rechnung über die Beratungsleistung erstellt Spiritly im Namen und für Rechnung des Beraters. Der Berater erteilt Spiritly hierzu vor der Freischaltung eine gesonderte, ausdrückliche Vollmacht; sie wird getrennt von der Zustimmung zu diesen Berater-AGB erklärt und von Spiritly mit Zeitpunkt und Wortlaut dokumentiert. Ohne diese dokumentierte Vollmacht darf Spiritly keine Rechnung im Namen des Beraters ausstellen und der Berater nicht freigeschaltet werden.
  4. Der Berater stellt für denselben Umsatz keine eigene Rechnung an den Kunden aus. Er prüft die in seinem Namen erstellten Rechnungen und teilt Spiritly unrichtige Angaben unverzüglich mit.
  5. Die Vollmacht nach Absatz 3 kann der Berater jederzeit mit Wirkung für die Zukunft in Textform widerrufen. Mit dem Widerruf endet die Möglichkeit, weitere Beratungen über die Plattform anzubieten, weil eine ordnungsgemäße Rechnungsstellung dann nicht mehr sichergestellt ist. Bereits ausgestellte Rechnungen bleiben unberührt.
  6. Rechnungen von Spiritly an den Berater. Über den Plattformanteil stellt Spiritly dem Berater Rechnungen aus. Ein Gutschriftverfahren wird nicht angewendet. Der Berater stimmt zu, dass Spiritly ihm Rechnungen und sonstige Abrechnungsdokumente ausschließlich elektronisch übermittelt, indem sie im Beraterkonto als PDF bereitgestellt werden und der Berater per E-Mail darauf hingewiesen wird. Der Berater prüft die Dokumente und teilt unrichtige Angaben unverzüglich mit.
  7. Der Berater stellt Spiritly über den Plattformanteil bzw. die von Spiritly erbrachte Vermittlungs- und Plattformleistung die für die steuerliche Behandlung erforderlichen Angaben bereit. Die umsatzsteuerliche Behandlung grenzüberschreitender Leistungen und etwaiger Reverse-Charge-Fälle ist gesondert zu prüfen.
  8. Meldung an die Steuerbehörde. Spiritly ist als Plattformbetreiber nach dem Digitale Plattformen-Meldepflichtgesetz (DPMG) verpflichtet, für jedes Kalenderjahr bis 31. Jänner des Folgejahres Daten über die Berater und ihre über die Plattform erzielten Vergütungen an das Finanzamt Österreich zu melden, das sie an die Steuerbehörden anderer Mitgliedstaaten der Europäischen Union weitergeben kann. Gemeldet werden insbesondere Name, Anschrift, Geburtsdatum, Steuer-Identifikationsnummer bzw. Steuernummer und gegebenenfalls UID-Nummer, die Kennung des Zahlungskontos sowie je Quartal die Summe der Vergütungen, die Anzahl der Beratungen und die von Spiritly einbehaltenen Gebühren. Der Berater stellt hierfür richtige und vollständige Daten bereit. Spiritly stellt ihm die ihn betreffenden gemeldeten Daten bis zum selben Termin zur Verfügung. Legt der Berater erforderliche Daten trotz zweimaliger Erinnerung nicht vor, darf Spiritly die Buchbarkeit und Auszahlungen aussetzen, bis die Daten vorliegen, soweit das Gesetz dies vorsieht.
  9. Der Berater hält Spiritly von Nachteilen frei, die aufgrund schuldhaft falscher steuerlicher Angaben oder schuldhafter Verletzung eigener steuerlicher Pflichten entstehen. Dies gilt nicht, soweit Spiritly den Nachteil selbst verursacht oder mitverursacht hat.

16. Bewertungen, Profilinhalte und Nutzungsrechte

  1. Bewertungen können nur von Kunden abgegeben werden, die eine Beratung tatsächlich über Spiritly in Anspruch genommen haben. Der Berater darf Bewertungen weder kaufen, fingieren, manipulieren noch Kunden unter Druck setzen, eine bestimmte Bewertung abzugeben oder zu ändern.
  2. Der Berater darf Kunden nicht dazu auffordern, eine Bewertung abzugeben — auch nicht beiläufig, freundlich oder als Bitte. Untersagt sind insbesondere Aufforderungen während oder nach der Beratung, in Nachrichten über die Plattform, in Profiltexten oder außerhalb der Plattform, ferner jede Gegenleistung, Vergünstigung oder Bevorzugung für eine Bewertung sowie jede gezielte Ansprache nur solcher Kunden, von denen eine gute Bewertung zu erwarten ist. Die Aufforderung zur Bewertung obliegt ausschließlich Spiritly und ergeht an alle Kunden gleich.
  3. Der Grund für Absatz 2: Die Beraterstufe und damit der Provisionssatz nach § 11a knüpfen an die Durchschnittsbewertung an. Eine eingeworbene Bewertung verschiebt diesen Durchschnitt und damit die Vergütung. Ein Verstoß gegen Absatz 1 oder 2 ist eine erhebliche Vertragsverletzung und kann zu Maßnahmen nach § 19 einschließlich einer Stufenänderung führen.
  4. Der Berater kann rechtswidrige, nachweislich falsche oder gegen die Kunden-AGB verstoßende Bewertungen melden. Spiritly prüft Meldungen nach einem angemessenen Verfahren. Kritische Bewertungen werden nicht allein deshalb entfernt, weil der Berater mit ihnen nicht einverstanden ist.
  5. Der Berater bleibt Inhaber seiner Profiltexte, Bilder, Audio-, Video- und sonstigen Inhalte. Er räumt Spiritly für die Dauer des Plattformvertrags ein einfaches, räumlich unbeschränktes, unentgeltliches Recht ein, diese Inhalte zum Betrieb, zur Darstellung und zur Bewerbung seines Spiritly-Profils zu speichern, technisch zu bearbeiten, zu vervielfältigen und öffentlich zugänglich zu machen.
  6. Eine inhaltlich entstellende Bearbeitung oder Werbung außerhalb eines erkennbaren Zusammenhangs mit Spiritly bedarf der gesonderten Zustimmung des Beraters.
  7. Der Berater gewährleistet, dass er über alle erforderlichen Rechte an seinen Inhalten verfügt und weder Urheber-, Marken-, Persönlichkeits- noch sonstige Rechte Dritter verletzt.
  8. Nach Vertragsende entfernt Spiritly Profilinhalte innerhalb angemessener technischer Frist aus der öffentlichen Darstellung. Gesetzliche Aufbewahrungspflichten, Sicherung berechtigter Ansprüche und bereits veröffentlichte, eigenständig schutzfähige Werbemittel bleiben unberührt.

17. Datenschutz und Vertraulichkeit

  1. Spiritly und der Berater beachten die anwendbaren Datenschutzbestimmungen, insbesondere die DSGVO und das österreichische DSG.
  2. Für die eigenverantwortliche Durchführung des Beratungsvertrags verarbeitet der Berater die ihm bereitgestellten Kundendaten grundsätzlich als eigener Verantwortlicher. Spiritly verarbeitet Daten für Plattformbetrieb, Vermittlung, Kontoführung, Sicherheit und Zahlungsabwicklung als eigener Verantwortlicher. Soweit eine Partei personenbezogene Daten ausschließlich nach dokumentierter Weisung der anderen verarbeitet, schließen die Parteien vor Beginn der Verarbeitung eine Vereinbarung nach Art. 28 DSGVO.
  3. Der Berater darf Kundendaten ausschließlich für die über Spiritly gebuchte Beratung, ihre Abwicklung und gesetzlich notwendige Dokumentation verwenden. Untersagt sind insbesondere die Nutzung für eigene Werbung ohne wirksame Einwilligung, die Übernahme in private Adressbücher, Profilbildung, Weitergabe an Dritte und Kontaktaufnahme außerhalb der Plattform.
  4. Der Berater trifft angemessene technische und organisatorische Schutzmaßnahmen. Dazu gehören insbesondere sichere Passwörter, aktuelle Endgeräte, Zugriffsschutz, verschlüsselte Übertragung, vertrauliche Räume und die unverzügliche Löschung nicht mehr erforderlicher lokaler Daten.
  5. Datenschutzverletzungen oder der Verdacht unbefugter Zugriffe sind Spiritly unverzüglich, möglichst binnen 24 Stunden nach Bekanntwerden, mit allen verfügbaren Informationen zu melden. Der Berater unterstützt Spiritly bei Betroffenenanfragen, Sicherheitsmaßnahmen und gesetzlich erforderlichen Meldungen.
  6. Inhalte und Umstände der Beratung sind vertraulich. Eine Offenlegung ist nur mit Rechtsgrundlage, wirksamer Einwilligung oder zur Abwehr einer gegenwärtigen erheblichen Gefahr zulässig.
  7. Im Fall einer Rückbelastung übermittelt Spiritly dem Zahlungsdienstleister die zur Führung des Widerspruchs erforderlichen Daten zum Vorgang (§ 12a Abs. 3). Bleibt die Rückbelastung endgültig bestehen, stellt Spiritly dem Berater auf Verlangen Name, E-Mail-Adresse und Buchungsdaten des Kunden bereit, soweit dies zur Geltendmachung seines Anspruchs erforderlich ist (§ 12a Abs. 5).
  8. Weitere Informationen über die Verarbeitung durch Spiritly enthält die Datenschutzerklärung.

18. Plattformbetrieb und technische Änderungen

  1. Spiritly bemüht sich um eine hohe Verfügbarkeit, schuldet aber keine ununterbrochene oder fehlerfreie Erreichbarkeit. Wartung, Sicherheitsmaßnahmen, Störungen von Kommunikations- und Zahlungsdiensten sowie Ereignisse außerhalb des zumutbaren Einflussbereichs können den Betrieb vorübergehend einschränken.
  2. Planbare, wesentliche Wartungsarbeiten werden nach Möglichkeit vorab angekündigt. Bei unmittelbaren Sicherheitsrisiken darf Spiritly Funktionen ohne Vorankündigung einschränken.
  3. Spiritly kann Funktionen weiterentwickeln, ersetzen oder einstellen, wenn hierfür ein sachlicher Grund besteht und die berechtigten Interessen der Berater berücksichtigt werden. Wesentliche nachteilige Änderungen werden mit angemessener Frist angekündigt; der Berater kann in diesem Fall vor Inkrafttreten kündigen.
  4. Technische Abrechnungsdaten von Spiritly gelten als nachvollziehbare Grundlage der Abrechnung, soweit der Berater nicht konkrete Anhaltspunkte für ihre Unrichtigkeit darlegt. Gesetzliche Beweisregeln bleiben unberührt.

19. Meldungen, Prüfungen und Maßnahmen

  1. Spiritly kann Hinweisen auf Rechtsverstöße, Sicherheitsrisiken, irreführende Angebote oder Verletzungen dieser Berater-AGB nachgehen. Der Berater wirkt an einer sachgerechten Aufklärung mit.
  2. Abhängig von Schwere, Häufigkeit, Verschulden und Gefährdung kann Spiritly insbesondere:
    • Hinweise oder Verwarnungen aussprechen;
    • Änderungen oder Nachweise verlangen;
    • einzelne Inhalte oder Angebote vorübergehend ausblenden;
    • Buchungs- oder Kommunikationsfunktionen einschränken;
    • Auszahlungen nach § 13 vorübergehend zurückhalten;
    • das Profil vorläufig oder dauerhaft sperren;
    • den Plattformvertrag ordentlich oder außerordentlich kündigen.
  3. Vor einer nachteiligen Maßnahme erhält der Berater grundsätzlich eine Begründung und Gelegenheit zur Stellungnahme. Dies gilt nicht, wenn eine sofortige Maßnahme zum Schutz von Kunden, Plattform, Zahlungsverkehr oder gesetzlichen Pflichten erforderlich ist oder eine Begründung rechtlich unzulässig wäre.
  4. Spiritly richtet eine interne Beschwerdemöglichkeit über hallo@spiritly.at ein. Der Berater kann eine Überprüfung unter Darlegung der maßgeblichen Tatsachen verlangen. Spiritly prüft die Entscheidung zeitnah durch eine nicht ausschließlich automatisierte Bewertung.
  5. Zwingende Rechte gewerblicher Nutzer nach unmittelbar anwendbarem EU-Recht, insbesondere Transparenz-, Begründungs- oder Beschwerderechte für Online-Vermittlungsdienste, bleiben unberührt, soweit deren Voraussetzungen vorliegen.

20. Haftung und Freistellung

  1. Spiritly haftet unbeschränkt für vorsätzlich oder grob fahrlässig verursachte Schäden, für Personenschäden sowie in allen Fällen zwingender gesetzlicher Haftung.
  2. Bei leichter Fahrlässigkeit haftet Spiritly nur bei Verletzung einer wesentlichen Vertragspflicht und begrenzt auf den bei Vertragsschluss typischerweise vorhersehbaren Schaden. Die Haftung für entgangenen Gewinn, mittelbare Schäden und Folgeschäden ist bei leichter Fahrlässigkeit ausgeschlossen.
  3. Spiritly haftet nicht für Inhalt, Richtigkeit, Rechtmäßigkeit oder Erfolg der eigenverantwortlich vom Berater erbrachten Beratung. Spiritly haftet auch nicht für die Verfügbarkeit, Zahlungsfähigkeit oder das Verhalten eines Kunden, soweit Spiritly eigene Pflichten nicht verletzt hat.
  4. Haftungsbeschränkungen gelten nicht für Spiritly zurechenbare Fehler der Zahlungsabrechnung, unberechtigte Überschreitungen eines Kundenbudgets sowie schuldhafte Datenschutz- oder Sicherheitsverletzungen.
  5. Der Berater haftet nach den gesetzlichen Vorschriften für Schäden aus seiner Beratung, seinen Profilangaben, seinen Inhalten und der Verletzung dieser Berater-AGB.
  6. Der Berater hält Spiritly von berechtigten Ansprüchen Dritter einschließlich angemessener Rechtsverteidigungskosten frei, die auf einer schuldhaften Verletzung seiner gesetzlichen oder vertraglichen Pflichten beruhen. Spiritly informiert den Berater unverzüglich, überlässt ihm soweit angemessen die Mitwirkung an der Verteidigung und schließt ohne seine Zustimmung kein Anerkenntnis oder einen ihn belastenden Vergleich, sofern dies zumutbar ist.
  7. Der Berater prüft eigenverantwortlich, ob eine Berufs- oder Betriebshaftpflichtversicherung erforderlich oder zweckmäßig ist, und hält einen gesetzlich vorgeschriebenen Versicherungsschutz aufrecht.

21. Laufzeit und Kündigung

  1. Der Plattformvertrag wird auf unbestimmte Zeit geschlossen. Er beginnt mit Annahme der Bewerbung durch Spiritly und Freischaltung des Beraterkontos.
  2. Der Berater kann den Plattformvertrag jederzeit ohne Einhaltung einer Frist in Textform oder über die vorgesehene Kontofunktion kündigen. Bereits bestätigte Buchungen sind noch ordnungsgemäß zu erfüllen, sofern Spiritly und betroffene Kunden keiner anderen Lösung zustimmen.
  3. Spiritly kann den Plattformvertrag ordentlich mit einer Frist von 30 Tagen in Textform kündigen. Soweit zwingendes Recht eine längere Frist verlangt, gilt die gesetzliche Frist.
  4. Das Recht zur außerordentlichen Kündigung aus wichtigem Grund bleibt unberührt. Ein wichtiger Grund liegt insbesondere vor bei:
    • schwerwiegenden oder wiederholten Verstößen gegen § 9;
    • Täuschung über Identität, Unternehmereigenschaft oder Qualifikationen;
    • Betrug, Zahlungsmanipulation oder missbräuchlicher Plattformumgehung;
    • erheblicher Gefährdung von Kunden oder Plattform;
    • Verlust einer notwendigen gesetzlichen Berechtigung;
    • schwerwiegenden Datenschutz- oder Vertraulichkeitsverletzungen;
    • wiederholtem unentschuldigtem Nichterscheinen zu bestätigten Terminen.
  5. Nach Vertragsende wird das Profil deaktiviert. Ordnungsgemäß entstandenes Auszahlungsguthaben wird nach § 13 weiter ausgezahlt. Spiritly darf einen angemessenen Betrag nach § 13 Abs. 4 nur so lange zurückhalten, wie konkret zu erwartende Rückbelastungen, Rücktritte oder offene Prüfungen dies rechtfertigen.
  6. Bestimmungen, die ihrem Zweck nach fortgelten sollen, bleiben nach Vertragsende wirksam, insbesondere zu Abrechnung, Steuern, Datenschutz, Vertraulichkeit, Rechten an Inhalten, Haftung und Plattformumgehung.

22. Änderungen dieser Berater-AGB

  1. Spiritly kann diese Berater-AGB ändern, wenn hierfür ein sachlicher Grund besteht, insbesondere eine Änderung der Rechtslage, Rechtsprechung, Plattformfunktionen, Zahlungsprozesse, Sicherheitsanforderungen oder des Geschäftsmodells, und der Berater dadurch nicht unangemessen benachteiligt wird.
  2. Änderungen werden auf einem dauerhaften Datenträger mindestens 15 Tage vor ihrem Inkrafttreten mitgeteilt. Spiritly setzt eine längere Frist, wenn der Berater technische oder geschäftliche Anpassungen vornehmen muss. Soweit zwingendes Recht längere Fristen verlangt, gelten diese.
  3. Keine Vorankündigungsfrist ist erforderlich, wenn Spiritly aufgrund einer gesetzlichen oder behördlichen Verpflichtung Änderungen sofort umsetzen muss oder eine unmittelbare und unvorhergesehene Gefahr für Betrug, Schadsoftware, Datenschutzverletzungen oder Cybersicherheit abwehren muss.
  4. Schweigen gilt nicht als Zustimmung, sofern dies nicht ausdrücklich vereinbart und gesetzlich zulässig ist. Der Berater kann den Plattformvertrag vor Inkrafttreten der Änderung kostenfrei kündigen. Nutzt er die Plattform nach ausdrücklicher Zustimmung zu den Änderungen weiter, gilt die neue Fassung ab dem mitgeteilten Zeitpunkt.
  5. Änderungen gelten nicht rückwirkend für bereits bestätigte Buchungen oder bereits entstandenes Auszahlungsguthaben.

23. Mitteilungen

  1. Vertragsbezogene Mitteilungen erfolgen an die im Beraterkonto hinterlegte E-Mail-Adresse oder über das Beraterkonto. Der Berater hält seine Kontaktdaten aktuell und kontrolliert regelmäßig den Nachrichteneingang.
  2. Kündigungen, Beanstandungen und andere rechtlich erhebliche Mitteilungen können an hallo@spiritly.at gerichtet werden. Gesetzlich vorgeschriebene Formen bleiben unberührt.

24. Anwendbares Recht und Gerichtsstand

  1. Es gilt österreichisches Recht unter Ausschluss seiner Verweisungsnormen und des UN-Kaufrechts.
  2. Für alle Streitigkeiten aus oder im Zusammenhang mit dem Plattformvertrag wird – soweit gesetzlich zulässig – das für den Sitz von Spiritly sachlich zuständige Gericht vereinbart.
  3. Vor Einleitung eines Gerichtsverfahrens bemühen sich die Parteien um eine direkte, sachliche Klärung. Dadurch werden Verjährungs-, Ausschluss- oder Rechtsmittelfristen nicht gehemmt.

25. Schlussbestimmungen

  1. Der Berater darf Rechte oder Pflichten aus dem Plattformvertrag nur mit vorheriger Zustimmung von Spiritly übertragen. Spiritly darf den Plattformvertrag im Rahmen einer Übertragung des Plattformbetriebs auf einen Rechtsnachfolger übertragen, sofern berechtigte Interessen des Beraters nicht beeinträchtigt werden und der Berater rechtzeitig informiert wird.
  2. Sollten einzelne Bestimmungen dieser Berater-AGB unwirksam oder undurchführbar sein, bleiben die übrigen Bestimmungen wirksam. Anstelle der unwirksamen Bestimmung gilt die gesetzliche Regelung. Eine Vertragslücke ist nach dem erkennbaren Zweck des Plattformvertrags zu schließen.
  3. Nebenabreden bestehen nicht. Individuelle Vereinbarungen der Parteien haben Vorrang vor diesen Berater-AGB.

Anlage 1 — Verbindliche Kurzregeln für Berater

Diese Kurzregeln fassen zentrale Pflichten zusammen, ersetzen aber nicht die vollständigen Berater-AGB:

  1. Berate nur volljährige Personen und nur innerhalb deiner tatsächlichen Kompetenzen.
  2. Mache keine Heilungs-, Erfolgs- oder Zukunftsgarantien.
  3. Stelle keine Diagnosen und halte niemanden von medizinischer, psychotherapeutischer, rechtlicher oder anderer professioneller Hilfe ab.
  4. Erzeuge keine Angst und biete keine kostenpflichtige „Gefahrenabwehr" an.
  5. Respektiere Budget, Zeit und Entscheidungen des Kunden.
  6. Fordere keine Direktzahlung und tausche keine Kontaktdaten zur Umgehung von Spiritly aus.
  7. Bitte niemanden um eine Bewertung — weder im Gespräch noch danach. Darum kümmert sich Spiritly.
  8. Zeichne Beratungen nicht auf und behandle sämtliche Inhalte vertraulich.
  9. Halte Profil, Preise und Verfügbarkeiten aktuell.
  10. Erscheine pünktlich oder sage so früh wie möglich ab.
  11. Melde Sicherheits-, Datenschutz- und ernsthafte Krisenfälle unverzüglich an Spiritly.